Ich habe mir die Tage einen eigenen DNS-Server aufgesetzt. Er macht das Leben einfacher, wenn man mehrere Dienste im eigenen Netzwerk betreibt. Dazu habe ich PowerDNS mit einem MySQL-Backend. Das ganze lässt sich mit der Weboberfläche poweradmin sehr einfach bedienen. Man sollte aber bedenken, dass jeder Fehler ein komisches Verhalten zur Folge haben kann, wenn man z.B. Zone im DNS überschreibt.

Die Installation auf dem Raspberry Pi mit Raspbian gestaltet sich realtiv einfach. Am besten macht macht das ganze als root

Installation von MySQL

sudo apt-get install mysql-server mysql-client php5-mysql

Danach habt Ihr MySQL installiert und auch den php Client, welchen wir später noch brauchen. Während der Installation werdet ihr nach dem root-Passwort für den MySQL Server gefragt.

Installation von PowerDNS

Die Installation möchte Euch bei der Einrichtung der Datenbank behilflich sein. Aber wir konfigurieren alles per Hand. Bei mir die automatische Konfiguration nicht so gut funktioniert.

sudo su
apt-get install pdns-server pdns-backend-mysql dnsutils

Einrichten der Datenbank

CREATE DATABASE powerdns;
GRANT ALL ON powerdns.* TO powerdns@127.0.0.1 IDENTIFIED BY 'GeheimesPasswort';
FLUSH PRIVILEGES;

Das muss man in die mysql Konsole eintragen. Zu dieser gelangt man so:

mysql -uroot -p

Nun importieren wir das Datenbank-Schema für PowerDNS

mysql -uroot -p powerdns < /usr/share/doc/pdns-backend-mysql/nodnssec-3.x_to_3.4.0_schema.mysql.sql

PowerDNS konfigurieren

Die Datei /etc/powerdns/pdns.d/pdns.local.gmysql.conf muss wie folgt verändert werden:

# MySQL Configuration
#
# Launch gmysql backend
launch+=gmysql

# gmysql parameters
gmysql-host=127.0.0.1
gmysql-port=3306
gmysql-dbname=powerdns
gmysql-user=powerdns
gmysql-password=GeheimesPasswort
gmysql-dnssec=yes
# gmysql-socket=

Nun muss man sie noch schützen sudo chmod 660 /etc/powerdns/pdns.d/pdns.local.gmysql.conf. Nun wurder Der Server nur lokal funktionieren und nur seine eigenen Zonen auflösen können. Damit man er auch noch über alle anderen Zonen Auskunft geben kann und jedes Gerät im LAN ihn nutzen kann muss man ein paar Zeilen in der /etc/powerdns/pdns.conf ändern (sie sind schön auskommentiert enthälten, ohne Parameter).

recursor=8.8.8.8

allow-recursion=127.0.0.1,192.168.0.0/24

Ich gehe davon aus, dass Euer LAN ein 192.168.0.0/24 Netz ist, sonst anpassen ;-).

Test

Wenn alles funktioniert, dann kann man den DNS Server wie folgt testen:

dig google.de @8.8.8.8  

; <<>> DiG 9.9.5-3ubuntu0.2-Ubuntu <<>> google.de @127.0.0.1
;; global options: +cmd
;; Got answer:
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 49993
;; flags: qr rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 4, AUTHORITY: 0, ADDITIONAL: 1

;; OPT PSEUDOSECTION:
; EDNS: version: 0, flags:; udp: 512
;; QUESTION SECTION:
;google.de.                     IN      A

;; ANSWER SECTION:
google.de.              299     IN      A       173.194.32.255
google.de.              299     IN      A       173.194.32.248
google.de.              299     IN      A       173.194.32.239
google.de.              299     IN      A       173.194.32.247

;; Query time: 87 msec
;; SERVER: 8.8.8.8#53(8.8.8.8)
;; WHEN: Wed Mar 18 07:12:42 CET 2015
;; MSG SIZE  rcvd: 102

Poweradmin installieren

Damit man den DNS Server einfach/schnell bedienen kann, installiert man poweradmin. Das ist eine php-Anwendung mit der man seinen PowerDNS Server einfach konfigurieren kann.

Als erstes installiert man einen Webserver und php. Auf dem Raspberry Pi macht sich in meinen Augen Nginx ganz gut. Wie man diesen installiert kann man in diesem Artikel nachlesen.

Um mit der eigenlichen Installation zu beginnen muss man nich php-mcrypt installieren.

sudo apt-get install php5-mcrypt

Nun beginnt die Installtion

sudo su
cd /var/www
wget https://github.com/poweradmin/poweradmin/archive/v2.1.7.zip
unzip v2.1.7.zip
rm v2.1.7.zip
mv poweradmin-2.1.7 poweradmin
cat << EOF > /etc/nginx/sites-available/powerdns
server {
    listen 80;
    server_name <IP des Raspberry Pi>;
    
    root /var/www/poweradmin;
    index index.html index.php;
    
    location / {
        try_files $uri $uri/ /index.php?$args;
    }

    location ~ ^(.+\.php)(.*)$ {
        try_files $fastcgi_script_name =404;
        fastcgi_split_path_info  ^(.+\.php)(.*)$;
        fastcgi_pass   unix:/var/run/php5-fpm.sock;
        fastcgi_param  SCRIPT_FILENAME  $document_root$fastcgi_script_name;
        fastcgi_param  PATH_INFO        $fastcgi_path_info;
        include        /etc/nginx/fastcgi_params;
    }

    access_log      /var/log/nginx/poweradmin.access.log;
    error_log       /var/log/nginx/poweradmin.error.log;
}
EOF
ln -s /etc/nginx/sites-available/powerdns /etc/nginx/sites-enabled/powerdns
service nginx reload

Nun kann man seinen Server einfach konfigurieren. Dazu öffnet man http:// im Browser und konfiguriert erst einmal Poweradmin und dann kann man gleich loslegen mit dem anlegfen von neuen Zonen. Das ganze ist recht selbsterklärend.